Das Arbeitsverhältnis mit der Steiner-Nachlassverwaltung „wurde wegen Vertrauensfragen in der Zusammenarbeit in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst“, heißt es in einer Stellungnahme der Nachlassverwaltung, welche die Rechte an Steiners Werk innehat und auf Steiners Witwe Marie Steiner zurückgeht.

Bereits im Zusammenhang mit der Entlassung der Archiv-Mitarbeiterin Vera Koppehel im vergangenen Jahr war auch von Unstimmigkeiten zwischen Kugler und dem Nachlass-Vorstand zu hören gewesen. Hintergrund des Konflikts sind abgesehen von persönlichen Dingen unterschiedliche Interessensgewichtungen: Während Kugler wie zuvor Koppehel sich neben den eigentlich archivarischen Arbeiten durch Organisation von Ausstellungen und anderen Aktivitäten stark für die Aktualisierung von Steiners Werk einsetzten, favorisiert der Nachlass-Vorstand in Zeiten finanzieller Notstände eine Konzentration auf die eigentlich editorischen Aufgaben des Archivs. Diese sollen nach dem Ausscheiden Kuglers neu geordnet und gewichtet werden.

Dr. Walter Kugler hatte dem Archiv als wissenschaftlicher Mitarbeiter rund 30 Jahre angehört. Dabei hat er sich, wie auch der Nachlass-Vorstand in seiner Stellungnahme hervorhebt, große Verdienste für die Verbreitung von Steiners Werk weit über anthroposophische Kreise hinaus erworben. Als Kapazität war Kugler besonders bei Kunstexperten in aller Welt gefragt und an zahlreichen großen Ausstellungen wie zuletzt in Wolfsburg, Stuttgart, Prag, Wien und Weil beteiligt. Die Erschließung der Kunstwelt für die Wandtafelzeichnungen Steiners ist ohne seinen Einsatz nicht zu denken.