OECD-Bildungsexperte („Mr. PISA“) Andreas Schleicher, selbst ehemaliger Waldorfschüler, präsentierte die Ergebnisse der Studie, die viele der postulierten Stärken der Waldorfpädagogik bestätigt: Demnach ließ sich aus den Angaben der rund 800 befragten Schülerinnen und Schüler neben größerer Lernfreude und besserer Unterstützung durch die Lehrer auch ein höheres Selbstbewusstsein, weniger Schulstress und geringere Gesundheitsprobleme wie Schlafstörungen oder Schulangst belegen. Neben diesen positiven Ergebnissen gibt es allerdings auch Herausforderungen: So nehmen Waldorfschüler je nach Vergleichsstudie ähnlich oder sogar deutlich mehr Nachhilfe als Schüler staatlicher Schulen, außerdem glauben vergleichsweise viele Schüler, dass sie unzureichend in sog. Lerntechniken geschult werden. Nur 65,2 Prozent der Waldorfschüler geben an gelernt zu haben „Nachschlagewerke zu nutzen“ („Regelschüler“ 81,1 Prozent).

Erstellt wurde die Studie von Prof. Dr. Heiner Barz (Universität Düsseldorf), Dr. Sylvia Liebenwein (Universität Düsseldorf) und Prof. Dr. Dirk Randoll (Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter/Bonn). Barz und Randoll waren bereits die Autoren der vielbeachteten Absolventenstudie aus dem Jahr 2007.

BdFWS-Vorstandsmitglied Henning Kullak-Ublick betonte in Berlin, die Studie zeige, dass die Waldorfpädagogik mit ihrer Berücksichtigung des Lernumfelds, der Lernatmosphäre und der aktiven Beteiligung der Schüler an der Gestaltung des Unterrichts auf dem richtigen Weg sei. Es komme – auch nach den Ergebnissen der modernen Hirnforschung – darauf an, Eigenaktivität und Kreativität der Schüler einzubeziehen und ihnen damit die Motivation zum lebenslangen Lernen zu vermitteln.

Barz, Reiner/Liebenwein, Sylvia/Randoll, Dirk: Bildungserfahrungen an Waldorfschulen – Eine empirische Studie zu Schulqualität und Lernerfahrungen. Springer VS Verlag Wiesbaden 2012

Mehr Information: www.waldorfschule.de

Quelle: BdFWS/Red.