Die Idee entstand am Abendbrottisch der Familie Bierend: Lutz Bierend, seit Schülerzeiten filmvernarrt, erzählte seiner 13-jährigen Tochter Tochter von der Steven Spielberg-Produktion „Super 8“, in der eine Handvoll Teenager ihre eigene Super 8-Version eines 70er Jahre Zombiefilmes drehen wollen. Ganz kreative Waldorfschülerin, spann Paula sofort den Gedanken weiter, wie ein solches Unterfangen wohl an ihrer Schule aussehen könnte: Natürlich musste es Essen von Aldi und kein Chemieunfall sein, welches die sonst nur mit Demeter-Gemüse ernährten Lehrer in Untote verwandelt – auf der Suche nach biologisch-dynamisch erzeugter Nahrung stürzen sie sich auf ihre Schüler. Ein paar Wochen später war ein Drehbuch fertig, welches Paula als Achtklass-Jahresarbeit in ihrer Schule einreichte. „Die Reaktionen der Lehrerinnen und Lehrer waren gemischt“, berichtet sie. „Manche schlugen vor, ich soll doch lieber ein weniger grusliges Thema wählen“. Doch Paula, die nach eigenen Worten „Herausforderungen liebt“, konnte auch die Skeptiker im Kollegium überzeugen, begeisterte ehemalige Schüler und professionelle Techniker von dieser Idee. Vater Lutz Bierend erklärte sich ebenfalls bereit, sie bei der Umsetzung zu unterstützen – und plötzlich schien der Weg für die Realisierung der abendlichen Träumerei frei.

Warum ausgerechnet ein Zombiefilm? Ein Blick in die jüngere Filmgeschichte zeigt, dass die erfolgreichsten und effektivsten Low Budget-Filme in Sachen manipulierter Realität Gruselfilme waren. „Was liegt also näher, um Kindern den manipulativen Charakter der Medien näher zu bringen, als eine Gruselfilmpersiflage zu drehen?“, meint Lutz Bierend. Er sieht in dem ungewöhnlichen Filmprojekt eine Möglichkeit, mit seiner Tochter und anderen beteiligten Schülerinnen und Schüler das Thema Medienkompetenz ganz praktisch anzugehen. „Viele Jugendliche in diesem Alter sind schon mit solchen Filmen in Berührung gekommen. Es ist doch gut, wenn sie selbst erleben können, wie diese Effekte zustande kommen.“

Mindestens so wichtig wie das Drehbuch ist natürlich die Planung der Filmproduktion – in dieser Hinsicht hat Paula in den vergangenen Monaten schon einige Erfahrungen sammeln können. Gemeinsam mit ihrem Vater hat sie kürzlich ein Video für eine Crowdfunding-Kampagne erstellt, die etwas finanziellen Spielraum für die technische Ausstattung, insbesondere das Maskenbild, schaffen soll. Noch bis Ende Februar können Unterstützer das Projekt dort mit kleineren oder auch größeren Spenden fördern – und erhalten im Gegenzug wahlweise „gutes Karma“ (für 5 Euro-Spenden), eine DVD aus Lutz Bierends Privatsammlung (15 Euro) oder sogar einen Gastauftritt als Zombie (150 Euro).

Weitere Spender und Unterstützer, die sich für dieses Schulmedienprojekt der etwas anderen Art begeistern können, sind jederzeit willkommen – auch engagierte Visagisten aus dem Special Effect-Bereich, die bereit sind, das Team zu unterstützen. Spätestens in den Sommerferien soll das Video dann auf YouTube stehen – die erste Waldorf-Zombie-Komödie der Welt.

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