Die Nachricht von einer vom Kartellamt verhängten Millionenstrafe für die Wala ist kaum verhallt (Info3 berichtete), da rauscht schon der nächste vermeintliche Skandal durch den – bisher nur schwäbischen – Blätterwald: Die zur Südwest Presse gehörenden Göppinger Kreisnachrichten berichteten kürzlich in mehreren Artikeln über unzufriedene ehemalige Wala-Mitarbeiter und eine gerichtliche Auseinandersetzung um die frühzeitige Auszahlung der firmeninternen Erfolgsbeteiligung.

© Wala Heilmittel

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„Wala beugt sich der Justiz“, titelte das Blatt unter anderem und schrieb nicht nur über den „Schiffbruch“ des Unternehmens vor dem Bundesarbeitsgericht, sondern auch über Beschwerden ehemaliger Mitarbeiter, die bis hin zu Mobbingvorwürfen reichten. Auch auf dem Firmen-Bewertungsportal „kununu“ gäbe es entsprechende Kommentare von Ex-Mitarbeitern.

Firmensprecher Antal Adam kann die Aufregung nicht so recht verstehen und erläuterte Info3 einige Hintergründe. Das Gratifikationsmodell ist demnach eine freiwillige Leistung, mit der bereits seit den 1970er Jahren alle Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Dieses Geld wird entweder nach 25 Jahren oder mit Rentenbeginn in zehn Jahresraten ausgezahlt. Bei der aktuellen Klage ging es darum, dass der frühere Mitarbeiter das Geld schon jetzt ausgezahlt haben wollte, weil er die mangelnde Absicherung der Guthaben, etwa bei Insolvenz der Wala, kritisierte. „Diese fehlende Absicherung in Kombination mit der langen Laufzeit war in den Augen des Gerichts der springende Punkt“, erklärt Adam. „Ansonsten hat das Arbeitsgericht unser Modell grundsätzlich sogar ausdrücklich gelobt, das ist leider in der Berichterstattung bisher zu kurz gekommen. Vor dem Hintergrund der Entscheidung beabsichtigen wir nun jedoch, die Gratifikationsguthaben der Mitarbeiter gegen Insolvenz abzusichern.“

Was den angeblich schlechten Ruf der Wala bei kununu angeht, so gehört das Unternehmen dort mit einer durchschnittlichen Bewertung von derzeit 3,2 von fünf Punkten nach wie vor zu den „Top-Companies“ – einzelnen unzufriedenen Mitarbeiter- oder Bewerber-Stimmen zum Trotz. „Bei inzwischen fast 1000 Mitarbeitern wäre es sehr erstaunlich, wenn es nicht auch einmal negative Bewertungen gäbe“, meint Adam. „Doch mit einer Fluktuation von fünf bis sechs Prozent liegen wir deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von über zehn Prozent, auch das spricht ja eher für ein gutes Betriebsklima.“