Der ins Netz hochgeladene Caster (Johnny Depp) organisiert sein eigenes Rechenzentrum. (Foto Warner Bros.)

Der ins Netz hochgeladene Caster (Johnny Depp) organisiert sein eigenes Rechenzentrum. (Foto Warner Bros.)

Ist der menschliche Geist technisch ersetzbar und wird es der Künstlichen Intelligenz gelingen, autonom agierende Wesen zu erzeugen? Diese Frage bildet ein beliebtes Thema der Science Fiction. Ob die Replikanten in Blade Runner, der Bordcomputer HAL 9000 in Kubricks Weltraum-Odyssee 2001 oder die Helden der Matrix-Trilogie, die zwischen Wirklichkeit und Simulation hin- und herpendeln – sie und andere haben an der Grenze von Mensch und Technik immer auch die Frage nach dem aufgeworfen, was wir selber eigentlich sind.

Dass es möglich ist, hier noch weiterzugehen, und zwar weniger in Richtung spektakulärer technischer Effekte, sondern in Richtung einer tieferen Befragung von Motiven wie Geist, Identität und Gegenwärtigkeit, zeigt der Film Transcendence. Darin spielt Johnny Depp den genialen IT-Wissenschaftler Will Caster, dessen Bewusstsein in einer Art Super-Programm codiert und dann, nach seinem tragischen Tod, ins Internet hochgeladen wird. Von dort aus beschafft sich seine künstlich aufrechterhaltene Identität Zugang zu gigantischen Rechner-Ressourcen und beginnt aus dem „Jenseits“ heraus kreativ, die Menschheit in Richtung einer Hybridisierung zu optimieren. Casters Frau Evelyn (Rebecca Hall) sieht sich dabei einer gesteigerten Version des Turing-Tests ausgesetzt und hat immer mehr Mühe zu entscheiden, ob es sich bei dem „Programm“ mit den Merkmalen ihres Mannes wirklich um den ihr vertrauten Menschen oder doch nur um eine – wenn auch hoch komplexe – Maschine handelt.

Transcendence ist das Regiedebüt von Wally Pfister, der in fast allen großen Filmen von Christopher Nolan die Kamera geführt hat (Kamera-Oscar für Batman Begins). Der Film erinnert an manchen Stellen von der Bildsprache her an Nolans tief schürfendes Werk Inception und muss auch von der spannenden Dramaturgie her keinen Vergleich mit seinem Regie-Vorbild scheuen. Ein faszinierendes Thema, tolle Schauspieler und ein überraschendes Ende – ein Film, der für anregende Gespräche sorgen kann.

 

http://www.transcendencemovie.com/