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Von Johannes Denger

 

Auftritt von rechts: Clinton im knallroten Kleid, von links: Trump im Business-Anzug mit blauer Krawatte. Sie schütteln sich die Hände und begrüßen sich wie alte Bekannte, weil sie genau das sind. Dann legt er ihr kurz seinen Arm auf den Rücken, eine Andeutung einer Umarmung nur, aber in dem Augenblick verstehe ich: Sie sind das ideale Paar! Jobsharing heißt die Lösung! Anstatt sich zu bekämpfen – wer glaubt denn heute noch, es gäbe in einem Gespräch einen Sieger und einen Verlierer…?! – sollten sie sich den Job teilen. Beide sind nicht mehr die Jüngsten, auch wenn Trump neulich sagte, wenn er in den Spiegel blicke, sähe er einen 39-Jährigen (soviel zu seiner Wahrnehmungsfähigkeit). Die Belastung würde halbiert, sie träten überall in der Welt als Paar auf: „Ladys and Gentleman, Misses and Mister President oft the United States!“ Sie trippelt vorneweg, er kommt mit raumgreifenden Gesten hinterher, bietet ihr einen Stuhl an und fragt: „Fühlst du dich wohl, Liebste? Ich möchte, dass du dich wohl fühlst.“ Im Laufe des diplomatischen Gesprächs würde er immer mal wieder seine politischen Unkorrektheiten von sich geben, sie würde laut auflachen und ihn dann – mit einem um Verständnis bittenden Blick zum Gastgeber – inhaltlich korrigieren. „Ja, unser Donald, so ist er nun mal, aber er meint es nicht böse.“

Zu zweit wären sie unwiderstehlich! Sie würde seinen Beschützerinstinkt dem schwachen Geschlecht gegenüber genießen und wäre nicht durch Existenzsorgen vom Regieren abgelenkt –  Clintons sollen ja angeblich nur rund 100 Millionen Dollar Erspartes haben –, denn seine Milliarden würden ihr den Rücken freihalten. Abends im Bett würde sie ihn, den Vergesslichen, an die eine oder andere zu erledigende Kleinigkeit erinnern („Schatz, vergiss nicht die Steuern…“) und Donald würde noch einmal fürsorglich fragen: „Do you feel good, honey? I want to feel you good!“ Sie seufzend: „Thank you, Donald, I just feel great!“ Und er erregt: „Das Köfferchen. Reich mir bitte das Köfferchen mit dem Atom-Knopf rüber. Heute Nacht darf ich es auf mein Nachttischchen legen.“

Das viele Geld für diesen bizarren Wahlkampf könnte man sich sparen, es gäbe endlich wieder andere Themen in den Medien. Und ehrlich, Bill und Ivanka hätten auch mehr Spaß miteinander. „I never had any…“ Klar, Bill. Gute Nacht!

 

 

Johannes Denger ist unter dem Motto „CabaRetorte“ satirisch unterwegs, gibt Programme und ist Autor mehrerer Bücher.