Was alle drei Persönlichkeiten verband: niemand verwies auf Traditionen oder externe Autoritäten, jeder und jede stand für sich selbst und einen spürbar eigenen Weg. Cohen vertritt einen stark auf den Willen setzenden Ansatz und ruft dazu auf, die persönliche Identität radikal zum Träger des evolutionären Impulses zu machen. Für ihn gilt es, sich mit aller Entschlossenheit in den Dienst jener Kraft zu stellen, die sich von Anbeginn allen Werdens an in der Welt manifestiert hat und heute auf ihre Entfaltung durch den freien Menschen wartet. Annette Kaiser stellt das wachsende Bewusstsein der Verbindung aller Menschen und der Einheit aller Wesen in den Mittelpunkt ihres gefühlsbetonten Wirkens. Arthur Zajonc wurde eher als gedanklich geprägter Vertreter wahrnehmbar: sein in der Anthroposophie gründendes meditatives Leben verbindet sich mühelos sowohl mit der Wissenschaft (Zajonc ist Physiker) als auch mit der Tiefe der Weltreligionen, in denen er kosmopolitisch zuhause ist.

Eine besonders kreative Spannung entstand auf der Veranstaltung immer dann, wenn dank der wachen Moderation Tom Steiningers die Unterschiede zwischen Cohens stark auf das Absolute gerichteten Wirken und Zajoncs Würdigung der Differenziertheit der Dinge hervortraten – als zwei Pole, die sich keineswegs ausschließen, sondern in ihrer Wirkung steigern. Als dann Arthur Zajonc auf die abschließende Frage nach der Wirksamkeit von meditativen Impulsen für die Welt meinte, weit mehr als alle Aktions- und Organisationsformen würde ihm heute das Prinzip „spiritueller Freundschaft“ Hoffnung machen, ließ sich das auch im Blick auf die Begegnung dieses Tages selbst verstehen, die von vielen Teilnehmenden in Abschlussvoten als berührende Erfahrung gewürdigt wurde.

Kooperationspartner dieser Veranstaltung waren Enlightennext, die Villa Unspunnen, das Integrale Forum Schweiz, das Goetheanum sowie die Zeitschrift Info3.