Ohne jemals groß die Werbetrommel gerührt zu haben, hat sich die Schule aus ihren kleinen Anfängen zu einem stattlichen Atelierkomplex entwickelt. „Die Studenten kommen inzwischen aus ganz Europa“, sagt Geschäftsführerin Wiltrud Wartmann. Aktuell sind 40 Vollzeitstudenten eingeschrieben, dazu kommen 55 Studierende in den berufsbegleitenden Kursen. Seit 2010 gibt es zudem ein angeschlossenes Seminar für Kunsttherapie mit weiteren 15 Teilnehmern. Zwölf Dozenten aus den unterschiedlichsten Richtungen betreuen die angehenden Künstler. Der Vollzeit-Studiengang ist inzwischen auch BAföG-berechtigt.

Experimentierfreude ist wichtig

Die Geschichte der Schule ist bewegt. Reimar von Bonin und Johanna Everwijn hatten sie 1982 mit anthroposophischer Ausrichtung gegründet. 1993 übernahmen Alfred Frischknecht und Manfred Fahrentrapp die Leitung. Die Studentenzahlen waren niedrig, so dass eine Schließung der Schule erwogen wurde. Die Wende kam 1999 mit der Einführung des Berufsbegleitenden Studienganges. „Es zeigte sich, dass es hier einen riesigen Bedarf gab“, sagt Johannes Ruchti, der seit 2003 zusammen mit Markus Hoenninger die Schule leitet. Beide begannen 1999 als Dozenten.

Heute spielt die Anthroposophie im Schulbetrieb keine übergeordnete Rolle mehr. Im Laufe der Zeit kamen viele neue Aspekte künstlerischen Arbeitens hinzu. Ob Installationen, Objektkunst oder Performances, neben der Auseinandersetzung mit dem Material nimmt heute die Experimentierfreude bei der künstlerischen Arbeit einen großen Raum ein. „Neben dem Talent ist ganz besonders der Wille sich künstlerisch auszudrücken entscheidend“, sagt Schulleiter Ruchti. „In der Kunst geht es darum, etwas zu kommunizieren, was man nicht in Worte fassen kann“, erklärt er. Das will gelernt sein, und die Dozenten begleiten jeden Studierenden auf seinem individuellen Weg.

Das Studienprogramm ist ein Zusammenspiel von freiem Arbeiten und festgelegten Inhalten wie das Erlernen handwerklicher Grundfähigkeiten und die Erkundung der unterschiedlichen Materialien. Ziel ist es, dass die Studenten künstlerisch selbstständig werden.

25.-27. Juli 2012: KUNST-FEIER-TAGE zum Jubiläum

Ihr Jubiläumsjahr nimmt die Schule nun zum Anlass, zu zeigen, was in ihr steckt. Im E-Werk zeigen ab 12. Juli die Absolventen 2012 ihre Diplom-Ausstellung, auf dem Gelände der Kunstschule in Munzingen finden vom 25. bis 27. Juli 2012 die KUNST-FEIER-TAGE statt: Die Diplomanden bieten in offenen Ateliers einen Einblick in ihr Schaffen, das Programm reicht von einer Marionetten-Werkschau über Konzerte und Workshops bis zu Filmvorführungen.

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(Quelle: Edith Maryon Kunstschule)