Auf dem Weg für gutes Saatgut: der Kulturgutexpress 2014. Foto: Denkmalfilm

Auf dem Weg für gutes Saatgut: der Kulturgutexpress 2014. Foto: Denkmalfilm

„Am Anfang dachte ich, was soll denn das, mit einer alten Dampflok nach Kroatien zu fahren? Am Ende war ich dann aber doch überzeugt von dem, was sich da alles entwickelt hatte“ – so blickte Dr. Uli Johannes König vom Forschungsring für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise auf seine Reise mit dem „Kulturgutexpress“ zurück, der sich zu Pfingsten 2014 von Salzburg aus auf den Weg nach Kroatien gemacht hatte, wo am Geburtsort Rudolf Steiners auf die von ihm gegründete biologisch-dynamische Wirtschaftsweise und das Thema Saatgut aufmerksam gemacht werden sollte. Mit einer Vielzahl von Mitwirkenden aus Zivilgesellschaft, Verbänden und Kultur hatte der Sonderzug demonstriert, dass die Sorge um die gesunden Grundlagen unserer Ernährung kein Spezialthema von Experten ist.

Auf einer Veranstaltung Ende Februar in Frankfurt tauschten sich König und andere Mitreisende nun noch einmal über Erfahrungen und Konsequenzen der Aktion aus. Als Höhepunkt des Abends, zu dem die Zeitschrift Info3, die Software AG Stiftung und die GLS Bank eingeladen hatten, dokumentierte der Film „Samen in die Herzen säen“ von Bertram Verhaag die inhaltliche und menschliche Vielfalt des Themas „Saatgut“. Verhaag, der die Zugfahrt und die anschließende Tagung in Kroatien mit seinem Team filmisch eingefangen hatte, schilderte auch seine persönlichen Erlebnisse und erzählte, wie er seit Jahren sein Schaffen dem Kampf gegen Gentechnik und für den Bio-Landbau widmet. Der neue Film des bekannten Münchener Dokumentarfilmers über das Bio-Gut von Prinz Charles ist übrigens aktuell für zahlreiche Filmpreise nominiert.

Vera Koppehel, neben Peter Daniell Porsche maßgebliche Organisatorin des Kulturgutexpress‘, berichtete von der Entstehung des Projekts und über die zu Steiners Geburtsort entstandenen freundschaftlichen Beziehungen. Leidenschaftlich appellierte die Kultur-Initiatorin an die bio-dynamische Szene, die Kräfte angesichts der Herausforderungen der Gegenwart zu bündeln und sich nicht in Grabenkämpfen zu verlieren. Auch weitere Mitreisende des Sonderzuges von 2014 waren gekommen, darunter etwa die Landwirte Julia und Dr. Tobias Hartkemeyer vom CSA-Hof Pente bei Osnabrück sowie Elisabeth Beringer und Dr. Berthold Heyden vom Keyserlingk-Institut am Bodensee. Gemeinsam mit anderen Fachkollegen gaben sie Einblicke in die Schwierigkeiten und Herausforderungen biologischer Saatgutforschung angesichts des Monopolisierungsdrangs multinationaler Agrarkonzerne. Dass für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung biologischer Sorten nicht zuletzt viel Geld erforderlich ist, unterstrich Dr. Hartmut Spieß vom Dottenfelderhof bei Frankfurt. Ganz anders als bei den großen Multis werden hier die entwickelten Sorten aber nicht gewinnbringend unter Verschluss gehalten, sondern als Gemeingut frei zur Verfügung gestellt. Der Film-Titel „Samen in die Herzen säen“, so verstanden die Gäste am Ende des Abends, hat nicht nur klangvoll-metaphorische Bedeutung. Tatsächlich ist das soziale und spirituelle Umfeld beim Thema Saatgut ebenso wichtig wie der richtige Boden.

Der Film kostet € 14,90 und kann hier bestellt werden.