Über 65.000 Bürgerinnen und Bürger haben die Petition gegen Agro-Gentechnik des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in den letzten drei Wochen gezeichnet. Damit ist die Petition, die ein Zulassungs-Moratorium für Gen-Pflanzen fordert, die erfolgreichste öffentliche Petition gegen Agro-Gentechnik in Deutschland und erfüllt die Voraussetzungen für eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Hauptkritikpunkt der Gentechnik-Gegner ist die mangelhafte und unzureichende Zulassungspraxis von Gen-Pflanzen in der EU. „Der große Zuspruch zeigt, dass die Menschen keine weitere Risiko-Technologie wollen, bei der uns Agrar-Industrie und Politik heute erzählen, sie sei sicher und nötig für den Fortschritt“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Petent und Vorstandsvorsitzender des BÖLW.

Die Kritikpunkte der Petition wird Felix Prinz zu Löwenstein bei der öffentlichen Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages persönlich vortragen und mit den Politikern diskutieren. Löwenstein kritisiert, dass die zuständige Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine unabhängigen Untersuchungen in Auftrag gebe. Sie prüfe lediglich die von der Agro-Industrie selbst durchgeführten Studien. Zudem fehlten aussagekräftige, unabhängige Langzeituntersuchungen: „Brüssel und die Bundesregierung wollen Gen-Pflanzen auf unsere Felder bringen, die nicht ordentlich geprüft wurden“, so von Löwenstein. Der Termin für die Anhörung wird vom Petitionsausschuss bestimmt und steht aktuell noch nicht fest.

Die Petition des BÖLW wird von der Initiative Vielfalterleben unterstützt, die sich seit Jahresbeginn mit verschiedenen Aktionen gegen Agro-Gentechnik und für den Erhalt von Vielfalt einsetzt. Die Initiative wurde von Alnatura ins Leben gerufen und ist mit über 140 Partnern aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz, Lebensmittel-Erzeugung, -Verarbeitung und -Handel eines der bis dato größten Bündnisse gegen Agro-Gentechnik. Die Zeitschrift Info3 gehört zu den offiziellen Medienpartnern der Aktion.

Stefanie Neumann / Sylvia Raabe