Mogelpackung Ökostrom? Wer einen Ökostromtarif wählt, der möchte seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten und die Energiewende vorantreiben. Doch nur 13 der getesteten 19 Ökostromtarife sorgen dafür, dass die Anbieter z. B. in neue Wind- oder Wasserkraftanlagen investieren – das berichtet die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe.

„Sehr stark“ ökologisch engagiert und zusätzlich mit „guten“ Vertragsbedingungen sind demnach die Tarife der unabhängigen Ökostromanbieter EWS Schönau (Tarif Sonnencent 0,5), Lichtblick (Lichtblick-Strom) und Naturstrom (naturstrom). Greenpeace Energy (Privatkundentarif) ist ebenfalls „stark engagiert“, die Tarifbedingungen sind „befriedigend“. Nur bei diesen vier unabhängigen Ökostromanbietern geht das Geld nicht an ein Unternehmen, das auch Atom- und Kohlestrom verkauft. Auch bei konventionellen Energieversorgern gebe es Tarife, die ein „sehr starkes“ oder „starkes“ ökologisches Engagement des Anbieters erkennen lassen, sieben engagierten sich hingegen nur „schwach“.

Was viele überraschen dürfte: Ökostrom ist häufig sogar günstiger als Normalstrom. Wer noch nie seinen Stromtarif gewechselt hat, steckt in der Grundversorgung, dem meist teuersten Tarif. Im Januar 2012 zahlt eine Familie mit 4.000 Kilowattstunden Verbrauch im Grundversorgungstarif des örtlichen Stromanbieters im Schnitt 1.046 Euro. Für einen Ökotarif mit Gütesiegel dagegen nur 1.010 Euro.