Volodymyr KochetkowVolodymyr Kochetkow war Initiator einer Gruppe von Anthroposophen, die sich nach dem Ende der Sowjetunion in Kiew zusammenfand. „Es gab damals viele erfüllte Tage und schlaflose Nächte“, schreibt Yaroslawa Black, eine Weggefährtin, die heute als Pfarrerin der Christengemeinschaft in Köln lebt. „Die Waldorfschule gründen, Bücher übersetzen, die Jugendsektion aus Dornach einladen, Lehrer aus Deutschland und Holland willkommen heißen, Übersetzer für die Waldorfseminare organisieren – und zwischendurch die Nächte voller Gespräche, auf Deutsch, Ukrainisch, Russisch, Englisch …“

Noch 2014 hatte Kochetkow gemeinsam mit Jugendlichen aus der Waldorfschule in Kiew Köln besucht und vor einem vollen Saal über den Umbruch in der Ukraine und seine Erfahrungen auf dem Maidan erzählt. Als Freiwilliger unterstützte er die Armee durch sein Fachwissen über den Umgang mit Drohnen, die an der Front zur Luftaufklärung eingesetzt wurden. Mitte März starb Kochetkow durch eine Sprengmine in der Nähe von Krasnohoriwka, einem Städtchen im Donezk-Gebiet, knappe 700 Kilometer von Kiew entfernt.

„Volodymyr hinterlässt eine große Fülle an Menschlichkeit, wertvoller als alle ausgeklügelten Diskussionen über die zukünftige Kulturepoche und nachgeplapperte Weisheiten“, würdigt Yaroslawa Black ihren verstorbenen Freund. „Wer kein Mitleid mit dem Schmerz des anderen empfindet, darf auch keine Vorträge über die Brüderlichkeit in unserer Zeit halten.“

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