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Das Themenspektrum reichte von Innerer Medizin und Krebstherapie über Kinderheilkunde und Pflege bis hin zu gesundheits- und sozialpolitischen Fragestellungen. Sichtbar wurde vor allem, dass die Integrative Medizin inzwischen im medizinischen Alltag angekommen ist: „Die Integrative Medizin ist längst Realität. Wir sind nicht mehr die anderen. Integrative Ansätze sind inzwischen Alltag in der modernen Medizin“, sagt Dr. med. Thomas Breitkreuz vom Organisations-Komitee. „Heute haben zum Beispiel rund 60 Prozent der Allgemeinmediziner in Deutschland eine Zusatzbezeichnung wie Akupunktur, Homöopathie oder Anthroposophische Medizin.“ Die Nachfrage der Patienten sei unverändert hoch und oft größer als das tatsächliche Angebot. „Alle Umfragen zeigen, dass die Patienten längst mit den Füßen abstimmen und immer selbstbewusster eine Medizin einfordern, die integrativ ansetzt und auch soziale und seelisch-geistige Elemente mit einbezieht.“

Einladung zum Dialog

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Der Kongress verstand sich auch als explizite Einladung zum (internationalen) Dialog zwischen konventioneller und komplementärer Medizin. „Ein Kongress wie dieser hilft, mögliche Vorbehalte abzubauen. Wir wollen gemeinsam lernen und uns gemeinsam weiterentwickeln“, gibt sich Prof. Dr. David Martin (Universität Tübingen) zuversichtlich. Als konkretes Beispiel nennt der Pädiater den Umgang mit Fieber. Es sei heute auch in der konventionellen Medizin keine Selbstverständlichkeit mehr, Fieber automatisch zu senken. Stattdessen könne bei einem Kongress wie diesem gezeigt werden, welche Möglichkeiten die Integrative Medizin bereithält. Und sein Kollege Dr. Jan Vagedes, Neonatologe und Leiter des ARCIM Instituts an der anthroposophischen Filderklinik, ergänzt: „Kürzlich haben wir Kollegen der Neonatologie, also der stationären Neu- und Frühgeborenen-Medizin, gezeigt, dass wir in diesem hoch-technisierten Umfeld Musiktherapie einsetzen. Zuerst war die Verwunderung und Skepsis groß – als wir aber eine Leier dabei hatten und die Ärzte gesehen und gehört haben, wie heilsam diese zarten Klänge inmitten der ganzen Technik wirken, waren sie begeistert“.  In einer Schlussresolution formulierten die Teilnehmenden des Kongresses auch Forderungen für die Zukunft der Integrativen Medizin: Wichtig sei es nun vor allem, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken, Kooperationen zu fördern und gemeinsame Anstrengungen in Forschung und Wissenschaft weiter zu etablieren. Regierungen aller Länder seien aufgefordert, die Integrative Medizin als hilfreichen Ansatz anzuerkennen, um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Die komplementäre Medizin müsse entsprechend der Strategie der Weltgesundheitsorganisation in die nationalen Gesundheitssysteme integriert werden.

Die Abschlussresolution im Wortlaut finden Sie hier.
Mehr Informationen zum Kongress: www.icihm.org

Quelle: DAMiD