Die Förderschulen freier Träger werden auch in Hessen seit vielen Jahren bei der Ersatzschulfinanzierung benachteiligt. Die Berechnung der staatlichen Schulkosten, auf der die Beihilfen basieren, ist unzureichend. Die Schulen in freier Trägerschaft haben zusammen mit dem Kultusministerium bereits im März 2011 ein neues Berechnungsmodell vorgestellt, das Grundlage für eine Novellierung des Ersatzschulfinanzierungsgesetzes zum 1. Januar 2013 werden soll.

Die Freien Waldorfschulen werden in den nächsten Wochen mit verschiedenen Aktivitäten auf die bisher unzureichende Berechnung und ungerechte Verteilung der Beihilfen auf die verschiedenen Schulformen aufmerksam machen. „Die aktuelle Schieflage der Ersatzschulfinanzierung muss endlich überwunden werden“, sagt Norbert Handwerk, Landesgeschäftsführer der Freien Waldorfschulen in Hessen. „Das Grundgesetz und die europäische Menschenrechtscharta sichern, dass alle Eltern für ihre Kinder die Schule wählen können, die ihren Bildungsvorstellungen entspricht. Dazu ist eine faire staatliche Förderung notwendig, damit wir unsere Schulgelder so niedrig halten können, dass Normalverdiener sie auch bezahlen können. Wir fordern deshalb 85 Prozent der vollen Schulkosten, die Kommunen und Land aufbringen. Von den Eltern der Förderschüler sollte man gar keinen Finanzbeitrag erwarten.“

„Konkrete Vorschläge für eine Gesetzesnovelle haben wir bereits im letzten Sommer gemacht“, erinnert Handwerk. „Bei der allgemeinen Haushaltslage würden wir auch einen Stufenplan zu einer schrittweisen Umsetzung akzeptieren. Hauptsache, die gerechte Neuregelung wird endlich begonnen!“