Auf ihrer Bilanz-Pressekonferenz, die am Dienstag parallel in Frankfurt und Bochum stattfand, präsentierten die Vorstände Thomas Jorberg und Andreas Neukirch die aktuellen Zahlen: Demnach stieg die Bilanzsumme der GLS Bank um über 19 Prozent auf 3,24 Mrd. Euro, die Kundeneinlagen wuchsen um gut 20 Prozent auf mehr als 2,8 Mrd. Euro. Offenbar hält das Interesse an sozial-ökologischem Banking weiter an: Mittlerweile zählt die Bank 165.000 Kundinnen und Kunden – 23.000 kamen 2013 neu dazu, das entspricht einem Wachstum von 16 Prozent. Für das laufende Jahr 2014 erwarten die Vorstände eine ähnliche Entwicklung in „vergleichbarer Größenordnung“.

GLS Vorstandssprecher Thomas Jorberg (links) und Pressesprecher Christof Lützel in Frankfurt © Laura Krautkrämer

GLS Vorstandssprecher Thomas Jorberg (links) und Pressesprecher Christof Lützel in Frankfurt
© Laura Krautkrämer

Wachsender Wertewettbewerb

Bei seinem Rückblick auf die Unternehmensgeschichte formulierte Thomas Jorberg in Frankfurt die zentrale Frage, die dem Geschäftsmodell der Bank seit ihrer Gründung vor 40 Jahren zugrunde liege: „Wie kann der Einzelne seine eigenen Werte bei der Geldanlage berücksichtigen?“ Die Bankenkrise, Fukushima, aber auch immer wieder neue Skandale etwa im Bereich der Tierhaltung bewirken bei immer mehr Menschen ein Umdenken – wenn auch das ethische Banking nach wie vor eine Nischenexistenz fristet. Dennoch: „Der Wertewettbewerb wird in Zukunft eine größere Rolle spielen“, war sich Jorberg sicher. Dass die Lage im Bankenbereich derzeit der Entwicklung etwa im Bereich ökologisch produzierter Lebensmittel deutlich hinterherhinke, habe nicht zuletzt strukturelle Gründe – die Entscheidung, seine Bank zu wechseln, sei nun einmal folgenreicher, als sich beim Einkauf gelegentlich für Bio-Produkte zu entscheiden, so der Vorstand.

Äußerst positiv verlief die Entwicklung des Genossenschaftskapitals: Hier zeigte die in anthroposophischen Kreisen durchaus kontrovers diskutierte Einführung einer Dividende offenbar Wirkung und sorgte für einen Zuwachs von 38 Prozent. Das Geschäftsguthaben der Bank betrug damit zum 31.12.2013 128,7 Mio. Euro. Die Mitgliederzahl stieg auf 32.400, das entspricht einer Steigerung von 18 Prozent.

Starker Zuwachs bei Kreditvergabe für regenerative Energien

Eines der zentralen Anliegen der Bank ist die transparente Darstellung ihrer Kreditvergabe, die in die Bereiche Energie, Soziales, Ernährung, Wohnen und Bildung aufteilt wird. 2013 beliefen sich die neu vergebenen Kredite auf 551 Mio. Euro. Das mit Abstand meiste Geld floss in den Bereich der regenerativen Energien – mit 37,9 Prozent ist dieser im Vergleich zum Gesamtportfolio, in dem er 31 Prozent beträgt, deutlich gewachsen. Inwiefern die jüngsten Entwicklungen in Sachen Energiepolitik auf bundespolitischer Ebene diesen Bereich negativ beeinflussen werden, müsse sich zeigen. „Mir macht der Rückgang der Energiewende mehr Sorgen als die Geschäfte der GLS Bank“, betonte Thomas Jorberg in Frankfurt. Einen deutlichen Rückgang gab es dagegen bei den neuen Krediten im Bildungsbereich: Nur gut 8 Prozent wurden dort vergeben, während dieses Segment im Bestand rund 20 Prozent ausmacht. Für Vorstand Andreas Neukirch ein Grund, sich im Bildungsbereich wieder „stärker zu positionieren“, insbesondere im Bereich der Freien Schulen.