GLS Firmensitz in Bochum / Foto: Wikimedia

Die Aufklärungsplattform „Der rechte Rand“ hatte die Nachricht schon Anfang Mai gebracht: Die Desiderius-Erasmus-Stiftung, deren Vorsitzende die umstrittene AfD-Politikerin Erika Steinbach ist, hat ein Spendenkonto bei der bekanntesten deutschen Ethik-Bank, der GLS aus Bochum. Die Stiftung wurde 2016 in Frankfurt am Main zur Unterstützung der AfD gegründet. Erika Steinbach ist seit März 2018 Vorsitzende.

Als durchsickerte, dass die Stiftung zur Förderung einer fremdenfeindlichen Partei ihr Konto ausgerechnet bei der für besonders hohe ethische Maßstäbe bekannten Bochumer Bank hat, griffen die Medien das Thema auf: Am 17. Mai berichtete die Berliner „Taz“ unter anderem über verärgerte GLS-Kunden, während die GLS-Zentrale in Bochum sich nicht zu den Vorwürfen äußern wollte.

Hintergrund dieses Zögerns waren indessen keineswegs Sympathien mit der AfD oder ihrer Stiftung, sondern die juristischen Tücken des Bankgeheimnisses: „Aufgrund des Bankgeheimnisses ist es uns ohne Zustimmung der Geschäftskunden nicht erlaubt, zu solchen Dingen öffentlich Stellung zu beziehen. Wir dürfen noch nicht einmal bestätigen, ob diese mit uns in einer Geschäftsbeziehung stehen“, heißt es in einer Info3 vorliegenden Stellungnahme der GLS Bank. „Dies ist von außen gesehen schwer auszuhalten, wirkt es doch angesichts unserer sonstigen Transparenz und Auskunftsfreude etwas befremdlich (…) Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass wir mit dem Geschäftskunden nicht länger zusammenarbeiten möchten, kündigen wir die Geschäftsbeziehung umgehend“, heißt es weiter von Seiten der Bank.

Von ihrem Kündigungsrecht hat die GLS nun offenbar Gebrauch gemacht. Die Desiderius-Erasmus-Stiftung meldete in gewohntem Opfer-Ton am 18. Mai gegen 9 Uhr auf ihrem Facebook-Account: „Die schwarz-rot-grüne Allianz fanatischer Antidemokraten, der längst die Argumente ausgegangen sind, versucht es wieder mal hintenrum: Gestern wurde der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung das Bankkonto gekündigt.“

Aus rechtlichen Gründen muss die GLS allerdings noch eine mindestens zweimonatige Kündigungsfrist einhalten. Man darf gespannt sein, wo die Stiftung mit ihrem Konto Unterschlupf finden wird.