Basiselement guter Ernährung: frisches Gemüse. (Bildquelle: Wikimedia)

Basiselement guter Ernährung: frisches Gemüse. (Bildquelle: Wikimedia)

Langweilig ist das Thema Ernährung nie – immer wieder tauchen neue Ernährungsformen oder Diäten auf, die als besonders gesund propagiert werden. Im Augenblick sind dies die Logi-Methode (weniger Kohlenhydrate, mehr Fett und Eiweiß), die Low Carb-Diäten (sehr wenig Kohlenhydrate), die vegane Ernährung (keine tierischen Produkte) oder auch eine neue Rohkost-Variante (Raw Food), bei der man nichts essen soll, was über 42 Grad erhitzt wurde. Daneben sind immer noch aktuell die Mittemeerküche (viel Öl, viel Gemüse, helle Brote) und die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene vollwertige Ernährung (modifizierte Fettmenge, viel Kohlenhydrate). Für die Verbraucher ist dies verwirrend: Nicht selten geben die verschiedenen Richtungen sich widersprechende Empfehlungen. In dieser Situation hat ein amerikanischer Wissenschaftlicher der Yale Universität, Dr. Daniel Katz, eine Studie erstellt, in der die gesundheitlichen Wirkungen verschiedener Ernährungsformen miteinander verglichen wurden. Das Ergebnis: Es gibt keinen klaren Gewinner. Stattdessen gibt es mehr Gemeinsamkeiten, als vielleicht erwartet, was die gesundheitsförderlichen Wirkungen betrifft. Dies sind im Einzelnen:

  • ein großer Anteil gering verarbeiteter Grundnahrungsmittel (Brot, Kartoffeln, Getreide)
  • Getreide möglichst als Vollkorn
  • wenig stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte, Konserven
  • viel Obst und Gemüse
  • Nüsse verwenden
  • mageres Fleisch oder Fisch

Die gesundheitlichen Vorteile sind geringere Risiken für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen, evtl. sogar Schutz vor Veränderungen im Nervengewebe, wie sie bei der Alzheimerkrankheit auftreten. Eine weitere Aussage der Studie ist, dass die absolute Fettmenge weniger wichtig ist als die Fettqualität. Was sich weiterhin günstig auswirkt, ist die Bevorzugung von komplexen Kohlenhydraten (in Vollkorngetreide, Vollkornbrot oder Kartoffeln), die einen geringen glykämischen Index aufweisen (Maß für den Blutzuckeranstieg). Es kommt also mehr auf die Form und Qualität der Kohlenhydrate (Getreide statt viel Zucker) an und nicht auf die genaue Menge.

Bedeutsam ist, dass frische Lebensmittel wie viel Obst und Gemüse eine so positive Rolle spielen. Heutzutage, wo auch im Bio-Angebot viele Fertiggerichte angeboten werden, fehlt es der Nahrung an Frische, was sich auch im verminderten Vitaminanteil äußern kann. Wer solche Fertiggerichte konsumiert, sollte selbst immer etwas Frisches dazu ergänzen.

Warum gibt es überhaupt so viele verschiedene Ernährungsformen? Wäre nicht eine Basis-Ernährung ausreichend für alle? Vermutlich nicht. Zu verschieden sind die Bedürfnisse der Menschen, auch auf dem Gebiet des Geschmacks und der Stoffwechselerfordernisse. So lieben einige die Fette in der Ernährung, während andere eher Kohlenhydrate vorziehen. Letztere würden unter einer Low Carb-Diät leiden, während der Eiweißliebhaber sich genau damit gut fühlt. Dazu kommen kulturelle und landestypische Einflüsse, die die Ernährungsgewohnheiten mit bestimmen. Für den Einzelnen bedeutet dies, sich an den Grundlagen zu orientieren. Gesunde Menschen brauchen jedenfalls keine spezielle Kostform, erst recht nicht eine, die gar nicht richtig zu ihnen passt.

Ein Beitrag aus der aktuellen Print-Ausgabe der Zeitschrift Info3.