Walter Strasheim-Weitz, hnGeno-Vorstand und ehemaliger Hessnatur-Betriebsrat, hatte sich Anfang März mit einem persönlichen Schreiben an die Treugeber und Unterstützer der Genossenschaft gewendet. Da eine Antwort von Capvis ausgeblieben sei, gehe man davon aus, dass der Finanzinvestor „unter normalen Bedingungen und in absehbarer Zeit“ Hessnatur nicht an die hnGeno verkaufen werde. „Ein weiteres Angebot werden wir nicht abgeben“, so Strasheim-Weitz weiter.

© hessnatur

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Von ihrem Plan, ein Konkurrenzunternehmen zu Hessnatur aufzubauen, habe sich die Initiative „schweren Herzens“ verabschiedet, da „insbesondere juristische Hürden eine direkte Konkurrenz wenig Erfolg versprechend erscheinen lassen“, heißt es in dem Schreiben. Auch sei das wirtschaftliche Risiko einer Neugründung zu groß.

Der hnGeno-Aktivist Johannes Mosmann ist dennoch grundsätzlich von dem Konzept von Kunden- und Mitarbeiter-Genossenschaften überzeugt. Die Berliner tageszeitung zitiert ihn mit den Worten: „Es war knapp und hätte beinahe funktioniert. Wenn es in einem anderen Unternehmen eine ähnliche Situation gibt, wäre es spannend, das nochmal zu versuchen.“

Auch Strasheim-Weitz will die Ideale der hnGeno an anderer Stelle weiterverfolgen und wirbt bei den hnGeno-Unterstützern für ein neues Projekt: Seit Herbst 2013 arbeitet er mit der Hanffabrik Uckermark eG an Konzepten für eine regionale und nachhaltige Textilproduktion. Das Unternehmen baut seit 1996 zertifizierten Hanf an, der bisher für natürliche Dämm- und Baumaterialen weiterverarbeitet wird.