Harald Welzer ist ein umtriebiger Mann. Während Sozialwissenschaftlern gemeinhin der Ruf eher theorielastiger Zeitgenossen vorausgeht, will der im Ruhrgebiet tätige Professor die Gesellschaft nicht nur besser verstehen, sondern auch ändern. Schon seine Bücher wie „Klimakriege“ ließen einen nicht kalt, weil sie ausmalten was passiert, wenn wir so weitermachen wie bisher. Welzer glaubt aber nicht, dass wir verurteilt sind, nur fatalistisch unserem eigenen Untergang zuzusehen. Deshalb haben er und sein Team jetzt die Stiftung Futurzwei „für eine zukunftsfähige Kultur des Lebens und Wirtschaftens“ gegründet. Das Projekt ist Anfang Februar mit einer Website gestartet, die vor allem „Visionen von besseren, gerechteren und glücklicheren Lebensstilen“ anhand konkreter Beispiele sichtbar machen will.
In einem „Zukunftsarchiv“ werden bislang knapp drei Dutzend sozial-öko-faire Unternehmen und Projekte vorgestellt – was, nun ja, seit den Tagen von Utopia und anderen Plattformen so neu allerdings nicht ist. Mit von der Partie natürlich die üblichen Verdächtigen wie die GLS-Bank und diverse ökologische Modelabels, aber auch phantasievolle Naturschutz- und Nachbarschaftsinitiativen. Viele mögliche Zukunftsgeschichten will die Stiftung erzählen – und wer die ungewöhnliche Website „betreten“ will, muss zuvor per Mouseclick schwören, dass er mindestens eine davon weitererzählt. Wir haben das hiermit erfüllt.

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