Das Quartet du Dialogue National in Tunesien

Das Quartet du Dialogue National in Tunesien

In Oslo wird am 10. Dezember feierlich der Friedensnobelpreis 2015 an das tunesische Dialog-Quartett überreicht. Mit ihrem Engagement hatten die Geehrten nach dem Arabischen Frühling in Tunesien ein Auseinanderbrechen der Gesellschaft verhindern können. Darüber freuen sich in Deutschland auch Marianne, Johannes und Tobias Hartkemeyer – denn die Impulse ihrer Dialog-Arbeit haben bis nach Tunesien gewirkt, ins unmittelbare Umfeld jenes Dialog-Quartetts hinein, das jetzt wegen seiner Verdienste um den Frieden in Tunesien geehrt wurde.

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und Tobis Hartkemeyer

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Johannes

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Engagiert für den Dialog: Marianne

 

 

 

 

 

 

 

 

Fast gleichzeitig mit der Bekanntgabe der Preisträger war im Herbst das Buch „Dialogische Intelligenz“ erschienen, in dem die Hartkemeyers Theorie und Praxis des Dialogs auf Grundlage ihrer jahrzehntelangen Lehrtätigkeit festgehalten haben. Mohamed Adel Mtimet, Hochschullehrer an der Universität Gabés in Tunesien und Wissenschaftlicher Beirat des institut dialog transnational, in dem die Autoren maßgeblich wirken, schreibt im Nachwort des Buches:  „Nur die praktischen Erfahrungen des Dialoges haben es Tunesien ersparen können, in eine unmittelbar bevorstehende politische Katastrophe zu geraten. Die politischen Morde, die Auseinandersetzung zwischen den vielen nationalen Gruppierungen, die auch den Rücktritt der Regierung forderten und auf dem Wege waren, die verfassungsgebende Versammlung aufzulösen, all das hätte in eine nationale Katastrophe münden können. Die Spannungen waren so zugespitzt, dass es nur eines Funkens bedurft hätte, um einen Bürgerkrieg auszulösen.“ Dieser Friedensnobelpreis sei aber auch eine Ehrung für alle, die auf der ganzen Welt an einer Kultur des Dialogs arbeiten, so der Wissenschaftler weiter und erwähnt dabei ausdrücklich die von den Hartkemeyers geleiteten Dialog-Institute. „Dieses Buch wird eine Bereicherung auf dem Wege der gemeinsamen Entwicklung einer dialogischen Ethik und der Verbreitung dieses Ansatzes auf internationaler Ebene darstellen“, meint Mohamed Adel Mtimet und kündigt bereits eine Übersetzung ins Arabische und Französische an: „Dies wird Dialoginteressierten künftig den Zugang zu diesen wegweisenden Ideen erleichtern.“

Die Präsidentin des European Network for Dialogue Facilitation (ENDF), Frau Dr. Heidemarie Wünsche-Piétzka, wird  in Kürze wieder nach Tunesien fahren, um die weiteren Schritte zur Stabilisierung des dortigen Dialogprozesses über die Fortbildung von Prozessbegleitenden abzustimmen.

Auch der in Deutschland bekannte Hirnforscher Professor Gerald Hüther hat sich begeistert über das Buch geäußert: „In Konfliktsituationen bestehen bessere Chancen, auf diese Weise annehmbare und zwangsläufig auch nachhaltige Lösungen zu finden“, so der Neurologe. „In diesem Zusammenhang freut es mich besonders, dass der Dialogprozess in Tunesien mit dem Friedensnobelpreis 2015 ausgezeichnet wurde. Es zeigt sich, dass Dialogische Intelligenz die Kraft besitzt, die besten potenziale des Menschen zu wecken.“

 

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Martina, Johannes F. und Tobias Hartkemeyer: Dialogische Intelligenz. Aus dem Käfig des Gedachten in den Kosmos des gemeinsamen Denkens. Info3 Verlag Frankfurt im November 2015, 200 Seiten, Broschur, 36 teilweise farbige Abbildungen, € 19,80 
ISBN 978-3-95779-033-0

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