Seit dem 1. Februar läuft der Dokumentarfilm „Free Lunch Society – komm komm Grundeinkommen“ von Christian Tod in deutschen Kinos. Der Film behandelt das inzwischen breit diskutierte Thema, ob jede Bürgerin und jeder Bürger monatlich unabhängig von seinem konkreten Bedarf ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten sollte. Für sein Thema reiste der Regisseur und Autor Christian Tod, der selbst einmal eine Abschlussarbeit über das Thema verfasst hatte, rund um die Welt und dokumentierte die Geschichte dieses schon seit über 60 Jahre diskutierten Sozialexperiments. 

 

Der Titel des Films ist übrigens eine ironische Umkehr eines Satzes von Ronald Reagan, der in einer Schweizer TV-Diskussion zum Thema Grundeinkommen von Roger Köppel zitiert wurde: „There is no thing as a free lunch“. Das Gegenteil ist richtig, findet Regisseur Christian Tod: „Menschen arbeiten nicht weniger und geben schon gar nicht ihre Jobs auf, wenn sie ein sicheres Grundeinkommen bekommen. Im Gegenteil, sie bilden sich weiter, sie werden unternehmerisch tätig, weil sie einfach durch diese Sicherheit des Grundeinkommens mehr Risiko wagen können und damit vielleicht sogar erfolgreicher werden können als vorher“.

 

Bereits in den sechziger Jahren kam die Idee eines Grundeinkommens auf und wurde in überschaubaren Projekten schon in den USA und in Kanada ausprobiert. Derzeit laufen Testprojekte in Namibia und Finnland. Der Film sieht die Grundeinkommens-Idee als Beitrag zur Weiterentwicklung der Demokratie und als Möglichkeit, die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern. Die Dokumentation präsentiert die positiven Seiten eines Grundeinkommenssystems mit Stimmen von Politikern, Wissenschaftlern und Unternehmern, darunter der dm-Gründer Götz Werner und der ehemalige Investmentbanker Rainer Voss. Unterstützt wurde die Produktion übrigens von den Fernsehsendern ZDF, Arte und dem österreichischen ORF.

 

Der Film stellt das Thema zwar durchaus anschaulich und unterhaltend da. In ersten Kritiken wurde jedoch bemängelt, er konzentriere sich hauptsächlich auf die Vorteile, eine kritische Auseinandersetzung mit möglichen negativen Aspekten fehle hingegen. Kritiker und Gegner würden nicht ausgewogen befragt. Tatsächlich sieht Christian Tod seinen Film auch eher als Mittel, ein größeres Publikum von der Idee eines abgesicherten Grundeinkommens zu überzeugen. Die fünfundneunzig Minuten Spielzeit zeigen insofern, wie eine gerechtere Gesellschaft in Zukunft vielleicht aussehen könnte.

 

Für Interessierte organisiert die Internetseite „Mein Grundeinkommen“ übrigens zusätzlich zu den Angeboten ausgewählter Programmkinos die Möglichkeit, den Film in die jeweilige Stadt zu bringen, wenn sich eine ausreichende Zahl von Interessenten zusammenfindet.