meteorite

Zu den eindrücklichsten Begebenheiten dieses Jahres gehörte für mich der Meteoritenfall vom 15. Februar – ein echtes Jahrhundert-Ereignis! Was war passiert? Ein großer Meteor trat in den Morgenstunden über Russland in die Erdatmosphäre ein. Er stammte wahrscheinlich aus dem Bereich des Asteroidengürtels, zwischen Mars und Jupiter, jener Region des Sonnensystems, die unzählige unregelmäßig geformte Gesteinsbrocken aller Größen bis hin zu Zwergplaneten beherbergt, welche zeitweise auch der Erde bedrohlich nahe kommen – und steuerte unseren Planeten mit einem Eintrittswinkel von ca. 20 Grad an. Beim Eintauchen in die Atmosphäre mit 64.000 km/h erstrahlte der im Durchmesser rund 17 Meter große und zehntausend Tonnen wiegende Himmelskörper kurzzeitig heller als die Sonne. Dieses Himmelsfeuer war noch in 200 Kilometern Entfernung sichtbar. Etwa 20 Kilometer über der Erdoberfläche explodierte der Bolide mit einer Kraft von mehreren Atombomben und löste dadurch eine gewaltige Druckwelle aus, die am Boden zahlreiche Gebäude beschädigte und Menschen verletzte. Die Fragmente zogen wie gigantische Fackeln über den Himmel und hinterließen dabei dicke Rauchspuren. Die Bruchstücke, die nicht in der Atmosphäre verglühten, gingen über der Stadt Tscheljabinsk und deren Umgebung nieder.

Tod und Neubeginn

Auf YouTube gibt es massenhaft Filmmaterial, das den Meteoritenfall in seinen verschiedenen Phasen aus unterschiedlichen Perspektiven zeigt. So beklemmend die Zerstörung am Boden auch ist – sie hielt sich in Grenzen. Denn dieser Meteorit bestand aus relativ leichtem Material, sog. Chondrit mit vergleichsweise geringem Metallgehalt, im Gegensatz zu den schweren (und selteneren) Eisen-Nickel-Meteoriten, die aufgrund ihrer Dichte sehr viel mehr Schaden anrichten können. Die Aufnahmen von den über den Himmel ziehenden Feuerbällen hingegen fand ich überwältigend. So etwas hatte ich bislang nicht gesehen. Vielleicht liegt es daran, dass ich unvorbereitet war, dass diese Bilder bei mir einen so starken Eindruck hinterlassen haben. Sie haben mich daran denken lassen, wie oft Entwicklungen auf der Erde oder im Leben zu einem jähen Ende kommen, nicht aus innerer Gesetzmäßigkeit und dem eigenen Muster folgend, sondern durch Einflüsse von außen, die oft ganz andere Dimensionen und Hintergründe haben. Vor allem Phänomene des Aussterbens im Laufe der Evolution, wie das Aussterben der Dinosaurier und vieler anderer Tiere vor etwa 66 Millionen Jahren, werden mit Einschlägen von gigantischen Meteoriten in Zusammenhang gebracht. Aber auch kleinere Einschläge, wie jener, der vor 15 Millionen Jahren Deutschlands bekanntesten Meteoritenkrater, das Nördlinger Ries (Durchmesser fast 25 Kilometer) entstehen ließ, löschten oft im Umkreis von hunderten Kilometern alles Leben aus und formten ganze Landschaften und Klimazonen nachhaltig um. Die auf den Impakt folgenden Phasen der Flächenbrände und Verwüstung, der Verdunkelung des Himmels durch hochgeschleuderten Staub und des Temperatursturzes sind wie eine Art Weltenschlaf, aus dem anschließend das Leben mit neuer Kraft und neuem Antrieb erwacht. Die Evolution verdankt den Einschlägen also wichtige Impulse, denn in diesen kosmischen Krisen wird altes Leben restlos verbrannt, um Neuem Platz zu machen, um Neubeginn und Weiterentwicklung zu ermöglichen. Ähnlich verhält es sich mit Lebenskrisen. Sie kommen oft scheinbar wie ein Meteorit aus heiterem Himmel und setzen, kaum sind sie da, gewaltige Zerstörungskräfte frei. Aber sie provozieren auch Entwicklungsschübe.

Vom Feuer zur Arznei

Mir haben die Bilder von Tscheljabinsk zu einem tieferen Verständnis des Arzneimittels Ferrum sidereum verholfen, das ich häufig bei in Lebenskrisen und unter Stress (Burnout) ausgebrannten und geschwächten Menschen einsetze. Es handelt sich hierbei um Meteoreisen, potenzierte Substanz von Eisen-Nickel-Meteoriten, die wegen ihres Gewichts großes Zerstörungspotenzial haben. Bisher hatte ich Ferrum sidereum vor allem gegeben, wenn ich das innere Licht und die innere Wärme anregen wollte, z.B. im Sinne der Stimmungsaufhellung und Antriebssteigerung. Dabei hatte ich vor allem die Lichterscheinungen der Meteoriten am Himmel als Sternschnuppen im Sinn, die über den Nachthimmel ziehen. Weniger hatte ich bei Ferrum sidereum an die Zerstörungskräfte der Meteoriten gedacht, die Altes zerstören und Neues ermöglichen, bis hin zu den Evolutionsschüben im planetarischen Maßstab. Das wurde mir jetzt erst deutlich. Wo findet sich im Menschen diese evolutionäre Kraft, die sich fortwährend nach „Stirb und werde“, nach Flammentod und Erneuerung sehnt? Im freien Willen und in der Fähigkeit zur Selbstüberwindung und Selbstveränderung, die immer dann gefragt ist, wenn wir im Leben an einen Punkt kommen, an dem es scheinbar nicht mehr weitergeht und wir uns selbst im Weg stehen und einschränken mit eingefahrenen Überzeugungen und Verhaltensmustern, mit unserem Ego.

Im Gegensatz zur äußeren Natur sind wir Menschen jedoch nicht auf Ereignisse von außen angewiesen. Wir brauchen nicht zu warten, bis Feuer und Rauch am Himmel erscheinen, bis Meteoriten einschlagen und den Planeten in Flammen setzen, denn wir tragen das Feuer der Evolution, der permanenten Erneuerung in uns selbst. In Situationen, in denen ich dieses Feuer anregen möchte, verordne ich daher gerne Ferrum sidereum als potenziertes Arzneimittel, z.B. in der Potenz D 20, 1-mal täglich 1 Tablette einzunehmen.

Dr. med. Frank Meyer ist integrativer Hausarzt in Nürnberg und Gesundheitsautor. In Info3 schreibt er monatlich die „heilsame Kolumne“ und gibt praktische Tipps zu Gesundheitsfragen aller Art.

Bücher zum Weiterlesen und Vertiefen: „Das Geheimnis der Metalle“ (Info3-Verlag 2012) und „Burnout: Neue Kraft schöpfen“ (GU, Sept. 2013)

 

Leicht gekürzte Fassung der Kolumne aus dem Oktober-Heft von Info3.

Achtung! Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung.