Von Ulrike Benkart

Mehr als 700 Menschen aus 29 Ländern folgten Anfang September der Einladung ins westsibirische Jekaterinburg, um den ersten Weltkongress für Menschen mit Behinderungen zum Thema „Werte sichtbar machen“ mitzugestalten. Den Initiatoren Thomas Kraus, Berlin, und Vera Simakova, Jekaterinburg, ist mit der Realisierung ihrer visionären Idee etwas Herausragendes gelungen. Äußerst öffentlichkeitswirksam haben sie einen Ort der Begegnung und des Austauschs geschaffen. Einen Ort, der Menschen mit unterschiedlichsten Handicaps, kulturellen, sprachlichen und gesellschaftlichen Hintergründen zusammenbringen soll. Unzählige Unterstützer konnten zur Umsetzung dieses kühnen Vorhabens gewonnen werden: Freiwillige, Politikerinnen, Studierende, Sponsoren sowie Vertreterinnen von Botschaften, Wohltätigkeitsorganisationen und Medien (hier geht’s zur bebilderten Kongress-Broschüre).

Das Ergebnis lässt sich sehen und hinterlässt bei den Teilnehmenden einen nachhaltigen Eindruck. Plenumsveranstaltungen zum Kongressthema, Workshops und Exkursionen, kulturelle Darbietungen, gemeinsame Mahlzeiten oder der abschließende Ball verfolgten ausnahmslos das Ziel, einen Begegnungsraum zu schaffen. Der Kerngedanke der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, wonach eine inklusive Gesellschaft erst dann Realität ist, wenn alle Menschen sich als Teil dieser erleben, wurde greifbar. „We are the world“, bei der Abschlusszeremonie gemeinsam gesungen, lässt hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

So fällt das Fazit der zehnköpfigen Delegation des Bundesverbandes anthroposophisches Sozialwesen e.V., kurz Anthropoi Bundesverband, in Kooperation mit der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie Dornach, äußerst positiv aus. Anthropoi Bundesverband hatte Menschen nach Jekaterinburg eingeladen, die sich als Fachleute in eigener Sache in Verbandsgremien engagieren. Jekaterinburg ermöglichte den Teilnehmenden einen Blick weit über den Tellerrand der anthroposophischen Initiativen und ihrer Menschen hinaus.

Die Autorin ist Mitglied im Vorstand Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V.