Wolf-Ulrich Klüncker (Mitte) neben Alanus-Rektor da Veiga (links) und Professor Schieren. Foto: Alanus

Wolf-Ulrich Klünker (Mitte) neben Alanus-Rektor da Veiga (links) und Professor Schieren.
Foto: Alanus

An der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn ist jetzt die erste Professur für Anthroposophie geschaffen worden. Damit ist der Einrichtung, der von anthroposophischen Kritikern oft eine „Intellektualisierung“ und Verwässerung der Anthroposophie vorgeworfen wird, ein echter Coup gelungen. Denn einen Lehrstuhl für Anthroposophie einzurichten scheint wirklich alles andere das Verstecken der eigenen geistigen Wurzeln – ein Vorwurf der hin und wieder gegenüber Alanus erhoben wird.

Mit dem gleich doppelt im Fach Theologie und Sozialpädagogik promovierten Dr. Dr. Wolf-Ulrich Klünker wurde außerdem jemand auf diese Stelle berufen, der seit Jahren für eine anspruchsvolle und vertiefende anthroposophische Arbeit steht und deswegen als Autor und Redner in anthroposophischen Kreisen einen guten Ruf genießt. Außerdem war Klünker bis vor kurzem auch Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland.

„Mit Wolf-Ulrich Klünker haben wir einen Kollegen gewonnen, der das anthroposophische Profil der Hochschule stärkt – sowohl auf hohem wissenschaftlichen Niveau als auch mit einem Bezug zur Praxis, der von langjähriger Erfahrung geprägt ist“, sagte Alanus-Rektor da Veiga anlässlich der Berufung. „Professor Klünker unterstützt mit seiner Arbeit die zeitgemäße Auseinandersetzung mit den Ideen Rudolf Steiners“, ergänzte Professor Jost Schieren, Leiter des Fachbereichs Bildungswissenschaft. Damit trage Klünker zur Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit der Anthroposophie bei. „Genau diese sind dem Fachbereich ein großes Anliegen“, so Schieren weiter.

Klünker selbst bezeichnete es als sein Anliegen, „die Intention der Anthroposophie
als Wissenschaft im Werk ihres Begründers herauszuarbeiten und, daran anknüpfend, die zentrale
Frage nach einer wissenschaftlich diskursfähigen und menschenkundlich weiterführenden
Anthroposophie des 21. Jahrhunderts zu stellen. Mit dieser Ausrichtung steht die Professur wohl
weltweit einzigartig da“, so der frisch gebackene Professor.