Futurum Verlag und Info3 luden nach Basel ein

Mitte November veranstalteten der Schweizer Futurum-Verlag und Info3 im Basler Ackermannshof ein Podiumsgespräch mit drei Autoren, die in ihren Büchern Beispiele für eine individuell-kritische Positionierung gegenüber Steiner und der anthroposophischen Szene geben. Moderator Jens Heisterkamp würdigte eingangs die Offenheit des Futurum Verlags, der eine Art Spielbein des mit der Herausgabe des Gesamtwerkes beauftragten Rudolf Steiner Verlags ist, neben seiner editorischen Verantwortung auch Freiräume für eine aktuelle Auseinandersetzung mit der Anthroposophie zu öffnen. Diese hatten die Autoren Taja Gut, Andreas Laudert und Christian Grauer in den zurückliegenden Monaten mit teilweise provokanten Buchveröffentlichungen genutzt.

Ein gemeinsames Thema aller drei Autoren war die Kritik an den Absolutheitsansprüchen bei Steiner und den Anthroposophen. Anthroposophen brauchten den Absolutheitsanspruch als gemeinsamen Zement an Überzeugungen, nur so konnten sie ein so breites Netz von Organisationen unter einem Dach aufziehen, meinte Andreas Laudert dazu. Christian Grauer bekannte, wie ihn im Rückblick die Vorstellung, mit Steiners Werk die Lösung aller Welträtsel in Händen zu halten, eher eingeschränkt als befreit habe. Taja Gut stellte fest, dass er die Neigung Steiners zu apodiktischen Urteilen oft als Widerspruch zu dessen Ruf nach individueller Urteilsbildung empfinde. Speziell  Taja Gut, der sich auch als wissenschaftlicher Herausgeber Steiners einen Namen gemacht hat, erntete für seine Position harsche Kritik aus dem Publikum. Ihm wurde vorgehalten, ausgerechnet im Rahmen des Rudolf Steiner Verlags, dessen Hauptaufgabe es ist, Steiners Werk zu verlegen, quasi eine „Gegnerschrift“ veröffentlicht zu haben.

Demgegenüber meinte der Moderator abschließend, es sei berührend, wie alle drei Autoren trotz individueller Kritikpunkte ein schöpferisches und authentisches Verhältnis zu Steiner dokumentierten und gerade dadurch die Fruchtbarkeit seines Werkes heute unter Beweis stellten.

Karin Rohrer

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