„Landwirte sind Gestalter und Nutzer von Ökosystemen“ – so Stephan Illi, Demeter-Vorstand. „Als solche tragen sie besondere Verantwortung, aber auch besondere Lasten, wenn sie sich um Umwelt- und Naturschutzaspekte oder soziale Landwirtschaft kümmern.“ Wenn ein Landwirt weniger intensiv wirtschafte, dafür aber für Vielfalt in der Flur sorge oder Kinder an gesunde Ernährung heranführe, werde das bisher kaum honoriert, im Gegenteil: „Für die Folgen industrieller Landwirtschaft bezahlen entweder die Gesellschaft , z.B. für Extra-Maßnahmen zu Biodiversität oder Hochwasserschutz bzw. sogar kommende Generationen.“ Das verschafft den nach industriellen Maßstäben wirtschaftenden Betrieben auch noch Wettbewerbsvorteile.

Damit sich das ändert, fordert ein Bündnis aus 32 deutschen Verbänden – darunter Demeter – eine Umkehr in der EU-Agrarpolitik: Sie müsse „gesellschaftsfähig werden“ heißt es im Titel der Anfang September veröffentlichten Broschüre, die ausführlich die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission zur Agrarreform ab 2014 kommentiert. Und das heißt nicht nur „öffentliches Geld nur für öffentliche Leistungen“, also Direktzahlungen nur für „grüne“ Maßnahmen, bzw. die so genannte zweite Säule mit  Agrarumweltprogrammen, qualifizierter Investitionsförderung und regionaler Entwicklung erheblich stärker als vorgesehen auszubauen. Das heißt auch Verträglichkeit der EU-Agrarpolitik für Bauern in der Dritten Welt, die nicht mehr durch subventionierte EU-Exporte von ihren Märkten verdrängt werden dürfen. Letztlich müsse auch der Ökolandbau besser gefördert werden, so Illi, denn insgesamt müsse die Landwirtschaft „ökologischer, und bäuerlicher, fairer und bienenfreundlicher werden, wenn sie auch in Zukunft unsere Ernährung und den Erhalt unserer Umwelt gewährleisten soll. Ökobauern wie unsere biodynamischen sind hierin vorbildlich.“

Link zur Stellungnahme der Verbändeplattform

(Quelle: Demeter)