Reichsbuerger_webHintergrund für die Erarbeitung der Broschüre, die am vergangenen Samstag auf der Bundesdelegierten-Tagung des BdFWS vorgestellt wurde, ist die mancherorts betriebene Infiltrierung alternativer Milieus mit rechtsextremen Positionen. Im vergangenen Jahr war konkret der damalige Geschäftsführer der Waldorfschule im norddeutschen Rendsburg in die Schlagzeilen geraten, nachdem ihm die Schule wegen seiner Verbindungen zur Reichsbürger-Szene fristlos gekündigt hatte (hier unser Bericht vom September 2014).

Es sei wenig bekannt, „dass die alternative Szene, zu der auch viele anthroposophisch inspirierte Initiativen in der Landwirtschaft, Medizin und Pädagogik gehören, eine große Anziehungskraft auf Reichsbürger hat“, schreibt BdFWS-Vorstand Henning Kullak-Ublick im Vorwort der Broschüre. Da die Akteure sich nicht immer als Reichsbürger zu erkennen gäben, oft aber eng mit der rechten Szene verflochten seien und entsprechende Positionen verträten, sei Aufklärung geboten, heißt es dort weiter.

Neben einem Überblick über einige zentrale Reichsbürger-Thesen, darunter das Bestreiten der Souveränität der BRD sowie Angriffe auf das Grundgesetz, setzt sich die Schrift auch knapp, aber kritisch mit dem historischen Verhältnis von Anthroposophie und Nationalsozialismus auseinander. Das Kapitel „Der rechte Rand: Gefahren für die Waldorfbewegung“ bietet einen historischen Abriss über Verfolgung und Kollaboration der Waldorfbewegung in den Jahren 1933 bis 1945 und diskutiert in erfreulicher Deutlichkeit die Vereinnahmung anthroposophischer Positionen durch rechtsideologische Demagogen.

 

Die Broschüre steht online kostenlos zum Download zur Verfügung.
In gedruckter Form kann sie über den Waldorfschul-Shop bestellt werden.

(Aktualisierte Version, 26.02.2015)