Arfst Wagner, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen, Eurythmielehrer und der Erste, der (1991ff.) (selbst-)kritisch über Anthroposophie und Nationalsozialismus gearbeitet hat, ist aus der Bürgerinitiative Bedingungsloses Grundeinkommen Schleswig-Holstein ausgetreten. In einer am 7. September 2014 verbreiteten Erklärung auf Twitter gab Wagner, der seit Langem in der Grundeinkommens-Bewegung engagiert ist, als Grund für seinen Schritt „massive Reichsbürger-Unterwanderung“ an und legte sein Sprecher-Amt nieder.

Die „Reichsbürger“ sind eine obskure Gruppe, die die Bundesrepublik Deutschland nicht als legitimen Staat anerkennen und eine Fortdauer des Deutschen Reiches propagieren. Sie sind vor allem im nördlichen Deutschland vertreten. Ähnliche Verschwörungstheorien bezüglich der angeblich fehlenden Souveränität Deutschlands waren zuletzt auch im Umfeld der sogenannten „Montagsmahnwachen“ (prominent auch durch den Sänger Xavier Naidoo) verbreitet worden.

Auch die Freie Waldorfschule Rendsburg in Schleswig-Holstein, an der Arfst Wagner unterrichtet, ist von rechtslastigen Umtrieben betroffen: Dort wurde am 18. September 2014 mit sofortiger Wirkung ein Mitarbeiter der Schulverwaltung suspendiert, der mit den als rechtsradikal bekannten Vereinen NeuDeutschland, Deutsches Polizei Hilfswerk (DPHW) und Reichsbürger in Verbindung stehen soll. Dem DPHW war im März 2013 offenbar in der Schule sogar ein Veranstaltungsraum zur Verfügung gestellt worden. Sowohl der Bund der Freien Waldorfschulen als auch die schleswig-holsteinische Arbeitsgemeinschaft distanzierten sich in einer Presseerklärung: „Verfassungsfeindliches und rechtsradikales Gedankengut haben an einer Waldorfschule keinen Platz“, heißt es dort.

Mehr Informationen:

Kritischer 3Sat-Bericht über „Montagsmahnwachen“:
https://www.youtube.com/watch?v=9nq-AcYyRoM

Spiegel-TV über die „Reichsbürger“:
https://www.youtube.com/watch?v=GgsQ12y-Wbk




Sie wollen diesen Artikel diskutieren? Schauen Sie in unserem Online-Forum vorbei!

Artikel-Archiv