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Freut sich über die Auszeichnung: Albert Fink mit der Preisurkunde neben Vertretern der Familie Kieffer. Foto: SÖL

Große Ehre für einen anthroposophischen Pionier: Mit einem Festakt im historischen Hambacher Schloss wurde Albert Fink von der Stiftung für Ökologie und Landbau (SÖL) für seine Verdienste um die biologische Landwirtschaft geehrt. Als Mitgründer der Bochumer GLS-Treuhand und GLS Bank hatte Fink durch seinen Einsatz für neuartige Finanzierungsformen zahllosen Bio-Landwirten zu einer Existenz verholfen und der Bio-Landwirtschaft neue Impulse gegeben. Bis heute sorgen eigene landwirtschaftliche Fonds bei der Bochumer Treuhand und GLS Bank dafür, dass Boden zu günstigen Bedingungen für eine biologische und biologisch-dynamische Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt werden kann. – Die Anfänge dieser und anderer Aktivitäten hat Albert Fink auch in Form des Buches „Bank als Schulungsweg“ festgehalten, das bei dem Festakt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

 

Die Lebensleistung des früheren Industriellen und Bankers wurde vor rund 200 geladenen Gästen zunächst von Dr. Thomas Griese gewürdigt, der das Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten in Rheinland-Pfalz vertritt. Nikolai Fuchs, Vorstand der GLS Treuhand und langjähriger Weggefährte Finks, fragte anschließend in seiner Laudatio: „Wie kommt ein Industrieller zur Landwirtschaft?“ Die kurze und einleuchtende Antwort lautete: „Durch Einsicht!“ Denn Albert Fink habe etwas eingesehen, das sein Lebensmotto wurde: Industrie zehrt, Landwirtschaft mehrt. Und so half er – gemeinsam mit dem GLS-Gründer Wilhelm Ernst Barkhoff und anderen – beim Aufbau gemeinnütziger Trägerschaften, um Biobetriebe langfristig in ihrer Existenz zu sichern. Fink war derjenige, der die Zukunftsentwürfe der Visionäre auf den Boden holte und dafür sorgte, dass sie auch Wirklichkeit wurden.

Dankbar und gerührt nahm der heute 80jährige Fink den Preis auch im Namen seiner damaligen Mitstreiter entgegen und zeigte sich beeindruckt, wie viele Weggefährten auf das Hambacher Schloss gekommen waren. In seiner Dankesrede verwies er auf den Weltagrarbericht und mahnte, dass ein „Weiter wie bisher“ keine Option sei. Wenn er die heutigen Entwicklungen wie Urban Gardening oder Solidarische Landwirtschaft anschaue, dann freue er sich, dass aus passiven Konsumenten aktive Produzenten werden und sich ein gesamtgesellschaftlicher Aufbruch abzeichne.

Der Karl-Werner Kieffer-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und einer der wichtigsten Umweltpreise in Rheinland-Pfalz. Er wird seit 1996 regelmäßig von der Stiftung Ökologie und Landbau zum Gedächtnis an ihren Gründer für Leistungen verliehen, die dem Schutz unserer Umwelt und der Förderung des Ökolandbaus dienen.

Red./jh/SÖL

 

Bank als Schulungsweg

Albert Fink: Bank als Schulungsweg. Die Entwicklung der Bochumer Bankeinrichtungen von den Anfängen bis in die 1990er Jahre. Unter Mitarbeit von Corinna Maliske. Klappenbroschur, 160 Seiten, Mayer Info3 Verlag 2014, Euro 15,-.

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